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Neue Perspektiven in der Brustkrebstherapie

Mit 71.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung der Frau in Deutschland.1
Der häufigste Subtyp ist das Östrogenrezeptor-positive/HER2-negative (ER+/HER2-) Mammakarzinom.2 Im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium empfiehlt die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e. V. (AGO) u.a. in der ersten Linie eine endokrin-basierte Kombination von einem CDK4/6-Inhibitor mit einem AI oder mit Fulvestrant.3
Im Laufe der Therapie kann es allerdings zu einer Tumorprogression kommen. Ein möglicher Grund: der Selektionsdruck, den die endokrine Therapie auf die Tumorzellen ausübt, führt zu einer endokrinen Resistenz.4 Die häufigste Ursache hierfür sind Mutationen im ESR1-Gen, die die Aktivierung des ER ligandenunabhängig machen. Studiendaten zeigen, dass bis zu 40 % der PatientInnen mit einem metastasierten ER+/HER2- Brustkrebs nach einer endokrinen Therapie eine ESR1-Mutation entwickeln.4
Um auf die ESR1-assoziierte Resistenz gegen Aromatase-Inhibitoren (AI) in der Vortherapie rechtzeitig reagieren zu können, müssen ESR1-Mutationen frühzeitig erkannt werden.
Mittels Liquid Biopsy können bei ER+/HER- metastasiertem Brustkrebs ESR1-Mutationen mit einem Bluttest nachgewiesen werden. Das Verfahren bietet einige Vorteile im Vergleich zu klassischen tumorgenetischen Gewebeanalysen. Aus einer Blutprobe wird mittels moderner PCR- und Sequenziermethoden die zirkulierende freie Tumor-DNA (ctDNA) analysiert und auf genetische Veränderungen untersucht. Auf diese Weise lassen sich wertvolle Informationen über wichtige Mutationen aller Metastasen in nur einem diagnostischen Schritt gewinnen. Aufgrund der Tumorheterogenität ist dies ein entscheidender Vorteil dieser Methode.5
Prädiktive Biomarker wie ESR1-Mutationen, die den langfristigen Erfolg oder Misserfolg einer endokrin-basierten Therapie beeinflussen können, können auf diese Weise weniger invasiv als eine Stanzbiopie, zuverlässig und schnell identifiziert werden.5